Nofollow-Links sind nicht schlecht für SEO. Richtig eingesetzt ist das rel="nofollow"-Attribut ein standardmäßiges, von Google empfohlenes Signal, das Deine Website vor Strafen durch Linkmanipulation schützt und Dein Backlink-Profil gesund hält. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Nofollow Dir schadet, sondern wie Nofollow- und Dofollow-Links zusammenwirken, um nachhaltige Autorität aufzubauen. Dieser Artikel behandelt die sieben wichtigsten Fragen, die SEO-Profis zu Nofollow-Links stellen, von PageRank-Mechanismen bis hin zu Audit-Workflows.
Gibt Nofollow überhaupt Link-Equity an verlinkte Seiten weiter?
Nofollow-Links geben kein PageRank an die verlinkte Seite weiter. Das rel="nofollow"-Attribut weist Suchmaschinen an, kein Ranking-Guthaben an die Ziel-URL zu übertragen. Laut Googles offizieller Dokumentation zu Crawling und Indexierung, aktualisiert im Dezember 2025, werden mit Nofollow markierte Links „im Allgemeinen nicht verfolgt”, und Google ordnet Deine Website der verlinkten Seite für Ranking-Zwecke nicht zu.
Das Bild wurde im September 2019 differenzierter, als Google Nofollow von einer strikten Direktive zu einem „Hinweis” umstufte. Diese Änderung bedeutet, dass Google in begrenzten Fällen kontextuelle Informationen aus einem nofollowten Link übernehmen kann, einschließlich Ankertext, ohne den Link im traditionellen Sinne als Ranking-Signal zu behandeln. Der praktische Effekt auf die meisten Websites ist minimal. Bei der großen Mehrheit der Nofollow-Links fließt keine Equity.
Ein wichtiges Detail: Link-Equity von nofollowten Links wird nicht auf andere Links derselben Seite umverteilt. Sie fließt schlicht nirgendwohin. Deshalb funktioniert die alte PageRank-Sculpting-Strategie, bei der interne Links mit Nofollow versehen wurden, um Equity gezielt zu bündeln, seit über einem Jahrzehnt nicht mehr und bleibt bis heute wirkungslos.
Die übergeordnete Erkenntnis für die Debatte zwischen Dofollow- und Nofollow-Links ist eindeutig. Dofollow-Links geben Ranking-Guthaben weiter; Nofollow-Links tun das im Allgemeinen nicht. Aber diese Sichtweise übersieht den indirekten Wert, den Nofollow-Links haben, auf den spätere Abschnitte ausführlich eingehen.
Was ist der Unterschied zwischen Nofollow, Sponsored und UGC?
Nofollow, Sponsored und UGC sind drei verschiedene Link-Attribute, die Google eingeführt hat, um Webmastern zu helfen, die Art eines Links zu kommunizieren. Nofollow (rel="nofollow") signalisiert, dass Du die verlinkte Seite nicht empfiehlst. Sponsored (rel="sponsored") kennzeichnet bezahlte Links oder Werbeplatzierungen. UGC (rel="ugc") identifiziert Links in nutzergenerierten Inhalten wie Blog-Kommentaren und Forenbeiträgen. Alle drei werden von Google für Ranking-Zwecke als Hinweise behandelt, nicht als verbindliche Regeln.
Google führte die Attribute Sponsored und UGC im September 2019 zusammen mit dem Nofollow-„Hinweis”-Update ein. Die praktische Empfehlung aus Googles offiziellem Ankündigungs-Blogpost ist klar: Verwende das Attribut, das den Kontext des Links am genauesten beschreibt.
- rel=”sponsored” ist das bevorzugte Attribut für jede bezahlte Platzierung, jeden Affiliate-Link oder jede vergütete Erwähnung. Nofollow auf einem gesponserten Link zu verwenden ist weiterhin akzeptabel und löst keine Strafe aus, aber Sponsored ist das präzisere Signal.
- rel=”ugc” hilft Google, natürliche redaktionelle Links von potenziellem Spam in offenen Inhaltsbereichen zu unterscheiden. Wenn Deine Website öffentliche Kommentare oder Forenbeiträge erlaubt, wende UGC auf Links in diesen Inhalten an.
- rel=”nofollow” funktioniert als allgemeines Signal für Links, die Du zitieren möchtest, ohne sie zu empfehlen, wenn weder Sponsored noch UGC zutrifft.
Du kannst auch Attribute auf einem einzelnen Link kombinieren. Ein Format wie rel="nofollow ugc" ist gültig und wird für Rückwärtskompatibilität mit Plattformen empfohlen, die die neueren Attribute noch nicht unterstützen. Den einzigen Bereich, in dem Google eine klare Grenze zieht, bilden Sponsored-Links: Wenn ein Link eindeutig eine Werbeanzeige ist und Du ihn nicht mit Sponsored oder Nofollow kennzeichnest, riskierst Du eine manuelle Strafe durch Googles Spam-Team. Korrekte Kennzeichnung schützt Deine Website; welches spezifische Attribut Du wählst, ist weniger wichtig als die Verwendung eines Attributs überhaupt.
Schadet ein Nofollow-lastiges Backlink-Profil Deinen Rankings?
Ein Backlink-Profil, das Nofollow-Links enthält, schadet Deinen Rankings nicht. Tatsächlich ist ein Profil mit null Nofollow-Links ein Warnsignal für Googles Algorithmen, kein Qualitätsmerkmal. Große Plattformen wie Wikipedia, Reddit und die meisten sozialen Netzwerke setzen Nofollow automatisch ein. Links von diesen Quellen zu erhalten signalisiert authentische, organische Reichweite. Ein natürliches Linkprofil enthält erwartungsgemäß einen nennenswerten Anteil an Nofollow-Links neben Dofollow-Links.
Branchenschätzungen zufolge zeigt ein gesundes Profil typischerweise zwischen 15 und 40 Prozent Nofollow-Links, obwohl es sich dabei um Praktiker-Richtwerte handelt und nicht um von Google bestätigte Schwellenwerte. Wichtiger als das Erreichen einer bestimmten Quote ist Diversität: eine breite Auswahl an verweisenden Domains, abwechslungsreicher Ankertext und Links aus thematisch relevanten Quellen über beide Attributtypen hinweg.
Die wichtigere Frage ist die Qualität Deiner Dofollow-Links, nicht das Vorhandensein von Nofollow-Links. Googles SpamBrain-System, das durch das Spam-Update vom August 2025 erheblich verbessert wurde, analysiert Linkqualität auf Netzwerkebene und bewertet Beziehungen zwischen verlinkenden Domains, Themen-Cluster, Ankertext-Verteilung und historisches Domain-Verhalten. Spammy Dofollow-Links von irrelevanten oder minderwertigen Domains erzeugen weit mehr Risiko als eine große Anzahl von Nofollow-Links aus legitimen Quellen.
Googles John Mueller bestätigte im Januar 2026, dass Kommentar-Spam-Links „absolut keinen Einfluss auf die Suchrankings haben, weder positiv noch negativ.” Die praktische Schlussfolgerung: Hör auf, Dir Gedanken über Nofollow-Links in Deinem Profil zu machen, und konzentriere Deinen Audit-Aufwand auf die Dofollow-Links, die tatsächlich Ranking-Signale tragen.
Wann solltest Du Nofollow auf Deinen eigenen ausgehenden Links verwenden?
Verwende Nofollow auf ausgehenden Links, wenn Du eine Seite zitieren möchtest, ohne sie zu empfehlen, wenn Du auf eine bezahlte Platzierung verlinkst oder wenn der Link in nutzergenerierten Inhalten erscheint, die Du nicht moderierst. Wende Nofollow nicht auf jeden ausgehenden Link Deiner Website an. Vertrauenswürdige, kontextuell relevante ausgehende Links stärken Dein E-E-A-T-Profil und liefern nützlichen Kontext für Leser und Suchmaschinen gleichermaßen.
Die eindeutigsten Anwendungsfälle für Nofollow auf ausgehenden Links sind:
- Affiliate-Links: Verwende immer Nofollow oder Sponsored. Google identifiziert nicht gekennzeichnete Affiliate-Links als Link-Spam und kann die Domain bestrafen.
- Bezahlte Platzierungen und Sponsorings: Verwende Sponsored (bevorzugt) oder Nofollow. Die Kennzeichnung ist verpflichtend, nicht optional.
- Nutzergenerierte Inhalte: Wende UGC oder Nofollow auf Links in Kommentaren, Forenbeiträgen und Bewertungen an, die Du nicht redaktionell kontrollierst.
- Pressemitteilungs-Links: Versehe Links in verteilten Pressemitteilungen mit Nofollow, um zu vermeiden, dass Link-Equity durch Inhalte weitergegeben wird, die Du nicht kontrollierst.
- Quellen, die Du ohne Empfehlung zitierst: Wenn Du eine Seite für den Kontext referenzierst, aber keine Zustimmung implizieren möchtest, ist Nofollow angemessen.
Zwei Dinge solltest Du vermeiden: alle ausgehenden Links mit Nofollow zu versehen, um PageRank zu horten, und interne Links mit Nofollow zu versehen. Interne Links sind der Weg, auf dem PageRank durch Deine Website zu wichtigen Seiten fließt. Diesen Fluss mit Nofollow zu blockieren schadet aktiv Deiner eigenen SEO. Verlinke natürlich auf maßgebliche externe Quellen, wo es relevant ist, verwende Nofollow nur dort, wo der Link-Kontext es rechtfertigt, und lass Deine Strategie für ausgehende Links in erster Linie dem Leser dienen.
Bringen Nofollow-Links echten SEO-Wert jenseits von PageRank?
Nofollow-Links liefern echten SEO-Wert, auch ohne PageRank weiterzugeben. Die indirekten Vorteile umfassen Referral-Traffic, Markenbekanntheit, natürliche Linkprofil-Diversität und Entitätserkennungssignale, die sowohl Suchmaschinen als auch generative KI-Systeme zur Bewertung von Autorität nutzen. Eine Nofollow-Erwähnung von Forbes, Wired oder Wikipedia trägt Markenvertrauen und Sichtbarkeit, die keine PageRank-Zahl erfasst.
Der Wert von Nofollow-Links ist im Kontext der KI-gestützten Suche greifbarer geworden. Eine Semrush-Studie mit 1.000 Domains ergab, dass Nofollow-Links fast identisch mit KI-Sichtbarkeit korrelieren wie Dofollow-Links, mit Pearson-Korrelationswerten von 0,340 bzw. 0,334. KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google Gemini crawlen und folgen Nofollow-Quellen, um Markenbeziehungen und Expertise zu verstehen. Eine Nofollow-Erwähnung auf einer glaubwürdigen Publikation kann KI-generierte Zusammenfassungen und Marken-Zitierungen auf eine Weise beeinflussen, die traditionelle PageRank-Modelle nicht berücksichtigen.
Die praktische Konsequenz für die Debatte zwischen Dofollow- und Nofollow-Links ist, dass Nofollow-Links von Quellen mit hoher Autorität zu Deinem E-E-A-T-Profil beitragen. Googles E-E-A-T-Framework bedeutet, dass Erwähnungen in Publikationen wie dem Wall Street Journal Google signalisieren, dass eine Marke in ihrem Bereich bemerkenswert ist, unabhängig vom Link-Attribut. Soziale Medien wie Reddit, X (ehemals Twitter) und Bluesky versehen Links standardmäßig mit Nofollow, dennoch treibt eine starke Social-Media-Präsenz Branded-Search-Anfragen und Engagement-Signale an, die Autorität indirekt stärken.
Für SEO-Profis, die eine Sichtbarkeitsstrategie aufbauen, die sowohl traditionelle Suche als auch KI-Discovery-Plattformen umfasst, ist das Streben nach hochwertigen Nofollow-Links von maßgeblichen Quellen kein Trostpreis. Es ist ein zentraler Bestandteil einer modernen Linkstrategie. Der WP SEO AI Search Engine Optimization Service berücksichtigt sowohl Dofollow- als auch Nofollow-Signale beim Aufbau von Linkstrategien, weil KI-Sichtbarkeit und traditionelle Rankings zunehmend von denselben zugrunde liegenden Autoritätssignalen abhängen.
Solltest Du Nofollow-Links in Deinem Backlink-Profil disavowen?
Du solltest Nofollow-Links fast nie disavowen. Der Mainstream-SEO-Konsens und Googles eigene Empfehlungen stimmen in diesem Punkt überein: Nofollow-Links sind selten ein Problem, und das Disavowen kostet im besten Fall Zeit und schadet Deiner Website im schlimmsten Fall aktiv. Das Entfernen von Nofollow-Links aus legitimen Quellen wie Nachrichtenseiten, Foren und Bewertungsplattformen nimmt Dir die natürliche Diversität, die Dein Backlink-Profil braucht, um glaubwürdig auszusehen.
Googles John Mueller erklärte im März 2026: „The disavow file is a tool, not a religion. Most sites don’t need it.” Googles offizielle Anleitung reserviert das Disavow-Tool für zwei spezifische Situationen: Eine Website hat eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links erhalten, oder eine Website hat wissentlich manipulative Linkbuilding-Maßnahmen durchgeführt und geht davon aus, dass eine manuelle Maßnahme unmittelbar bevorsteht. Keines dieser Szenarien betrifft typischerweise Nofollow-Links.
Das Disavowen von Nofollow-Links aus legitimen Quellen birgt echte Risiken. Google behandelt die Disavow-Datei als Vorschlag, nicht als Pflicht, und kann sie ignorieren. Das fehlerhafte Disavowen wertvoller Links kann Rankings unterdrücken, und das Rückgängigmachen dieser Fehler kostet Zeit. Der sicherere Ansatz ist, Disavow-Bemühungen, wenn überhaupt nötig, auf spammy Dofollow-Links mit klaren Spam-Signalen zu konzentrieren: Massenlinks von nahezu identischen Domains, Spam-TLDs, Adult- oder Casino-Nischen-Websites oder groß angelegtes Exact-Match-Anchor-Clustering.
Ein Sonderfall, der erwähnenswert ist: Wenn Deine Website durch eine Übernahme ein toxisches Linkprofil geerbt hat oder einem anhaltenden negativen SEO-Angriff in großem Maßstab ausgesetzt war, kann ein gezieltes Disavowen von eindeutig manipulativen Dofollow-Links gerechtfertigt sein. Aber Nofollow-Links aus Kommentar-Spam, Forenbeiträgen oder Verzeichniseinträgen erfüllen diese Schwelle nicht. Lass sie in Ruhe.
Wie auditierst Du Nofollow-Links auf Deiner gesamten Website?
Das Auditieren von Nofollow-Links auf Deiner Website erfordert zwei verschiedene Workflows: einen für Deine ausgehenden Links (Links, die Deine Website verlassen) und einen für Dein Backlink-Profil (Links, die auf Deine Website zeigen). Die wichtigsten Tools für beide Aufgaben sind Ahrefs Site Explorer, Semrush Backlink Audit und Screaming Frog SEO Spider, die häufig in Kombination eingesetzt werden.
Ausgehende Nofollow-Links mit Screaming Frog auditieren
Screaming Frog SEO Spider ist das effizienteste Tool zum Auditieren von Nofollow-Direktiven auf Links, die Deine Website verlassen. Nach dem Crawlen Deiner Website öffnest Du den Outlinks-Tab im unteren Bereich, um alle ausgehenden Links, ihren Ankertext und ob jeder ein Nofollow-Attribut trägt, zu überprüfen. Nutze das Bulk-Export-Menü, um alle Outlinks für die Analyse zu exportieren. Screaming Frog kann auch Meta-Robots-Nofollow-Direktiven und X-Robots-Tag-Header auf Seitenebene kennzeichnen. Die kostenpflichtige Lizenz, die bei etwa €199 pro Jahr liegt, hebt die 500-URL-Crawl-Beschränkung auf, die die kostenlose Version limitiert.
Dein Backlink-Profil auf Nofollow-Verteilung auditieren
Für backlink-fokussierte Audits verwendest Du Ahrefs oder Semrush, um Dein vollständiges Backlink-Profil zu exportieren und nach dem Nofollow-Attribut zu filtern. Überprüfe den Prozentsatz der Nofollow-Links im Verhältnis zu Dofollow-Links, die Diversität der verweisenden Domains und die Verteilung des Ankertexts. Markiere plötzliche Spitzen bei Nofollow-Links von unbekannten Domains, da diese auf eine Spam-Kampagne hinweisen können, die es zu beobachten gilt. Screaming Frog zieht externe Backlink-Daten nicht nativ, integriert sich aber über API mit Ahrefs, um Backlink-Daten in Deinen Crawl-Workflow einzubinden.
Ein empfohlener monatlicher Audit-Rhythmus: Exportiere Backlinks aus Ahrefs oder Semrush, überprüfe den Nofollow-Prozentsatz und die Diversität der verweisenden Domains, analysiere die Ankertext-Verteilung auf überoptimierte Muster und untersuche ungewöhnliche Spitzen. Richte Deine Aufmerksamkeit bei der Risikobewertung auf das Dofollow-Profil. Nofollow-Links aus legitimen Quellen erfordern Monitoring, keine Korrekturmaßnahmen.