KI-generierte Bilder korrekt zu zitieren ist keine optionale Angelegenheit mehr. Hochschulen, Verlage und professionelle Auftraggeber verlangen zunehmend eine klare Offenlegung von KI-generierten Inhalten, und die drei großen Zitierstile (APA, MLA und Chicago) haben ihre Richtlinien zwischen 2024 und 2026 aktualisiert, um diesem Thema gerecht zu werden. Diese Anleitung führt Dich durch jeden Schritt des Prozesses: von der Zusammenstellung der benötigten Informationen vor dem Zitieren über die Formatierung von Zitaten in jedem Stil bis hin zur Vermeidung von Fehlern, die selbst sorgfältigen Autorinnen und Autoren passieren.
Ob Du eine wissenschaftliche Arbeit einreichst, einen Blogbeitrag veröffentlichst oder Arbeitsergebnisse an einen Auftraggeber übergibst, dasselbe Prinzip gilt: Dokumentiere, was Du erstellt hast, mit welchem Tool und wann. Das konkrete Format variiert je nach Kontext. Die Pflicht zur Offenlegung nicht.
Was Du vor dem Zitieren eines KI-generierten Bildes brauchst
Bevor Du ein einziges Zitat formatierst, solltest Du alle Quellinformationen zusammenstellen, die Du benötigst. KI-generierte Bilder verfügen nicht über Metadaten wie Fotografien, daher musst Du die Details im Moment der Erstellung selbst festhalten. Wenn Du diesen Schritt überspringst, lassen sich manche Informationen später nicht mehr rekonstruieren.
Halte Folgendes fest, bevor Du das Generierungsfenster schließt:
- Den Namen des KI-Tools (zum Beispiel DALL-E, Midjourney oder Adobe Firefly)
- Das verwendete Modell oder die Version (zum Beispiel DALL-E 3, Midjourney v6)
- Den genauen Prompt, den Du zur Bilderzeugung eingegeben hast
- Das Datum, an dem Du das Bild generiert hast
- Eine teilbare URL zum Bild oder zur Konversation, falls die Plattform eine solche bereitstellt
- Den Namen des zugrunde liegenden KI-Modells, wenn Du über eine Drittanbieter-Plattform darauf zugegriffen hast (zum Beispiel Artlist oder Use.ai)
Zwei Details verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens ist das Datum wichtig, weil KI-Ausgaben nicht stabil sind. Derselbe Prompt, der im Januar eingereicht wird, kann im Juni ein völlig anderes Bild erzeugen, daher ist das Generierungsdatum ein wesentlicher Bestandteil einer reproduzierbaren Quellenangabe. Zweitens gilt: Wenn Du eine KI-Funktion verwendet hast, die in alltägliche Software integriert ist, etwa Copilot in Microsoft Word oder KI-Tools in Canva, empfiehlt APA, dass diese keine formale Quellenangabe erfordern. Die Richtlinien gelten für dedizierte KI-Bildgenerierungstools, nicht für KI-Funktionen, die in Produktivitätssoftware eingebettet sind.
Du solltest auch den Urheberrechtsstatus Deiner Erstellungen berücksichtigen. Das U.S. Copyright Office hat die Registrierung von Bildern, die vollständig durch KI auf Grundlage eines Nutzer-Prompts generiert wurden, konsequent abgelehnt. Werke, bei denen die menschliche Antragstellerin oder der menschliche Antragsteller einen erheblichen kreativen Beitrag durch detaillierte Prompts, umfangreiche Bearbeitung oder eine klare künstlerische Ausrichtung nachweisen konnte, wurden in einigen Fällen zur Registrierung zugelassen. Wenn Du KI-generierte Bilder in kommerziellen Projekten für Auftraggeber verwendest, prüfe vor der Lieferung ohne Offenlegung, ob Dein Vertrag Zusicherungen zu Originalität oder Eigentümerschaft enthält.
Die wichtigsten Zitierelemente für KI-Bilder identifizieren
In APA, MLA und Chicago sind die zentralen Zitierelemente für ein KI-generiertes Bild einheitlich. Zu verstehen, was jedes Element bedeutet, erleichtert die korrekte Anwendung jedes Stils.
Die fünf Elemente, die Du benötigst, sind:
- Autor oder Urheber: Dieser Aspekt wird in jedem Stil unterschiedlich gehandhabt. In APA gilt das Unternehmen, das das Tool entwickelt hat (zum Beispiel OpenAI), als Autor. In MLA entfällt das Autorenelement vollständig. In Chicago kann das KI-Tool selbst als Autor angegeben werden, wobei der Entwickler als Herausgeber geführt wird.
- Tool-Name und Modellversion: Nenne das spezifische Tool und die Version (zum Beispiel “DALL-E 3”, nicht nur “DALL-E”). Das MLA-Update vom August 2025 hat den Modellnamen als Pflichtfeld im Versionsfeld eingeführt.
- Prompt: Der Prompt ist die Anweisung, die Du dem KI-Tool zur Bilderzeugung übermittelt hast. In MLA fungiert er als Titel der Quelle, in APA und Chicago als beschreibendes Element in der Bildunterschrift.
- Datum der Generierung: Halte das vollständige Datum fest, nicht nur das Jahr, sofern der jeweilige Stil dies erlaubt.
- URL: Füge einen direkten, teilbaren Link zum Bild oder zur Konversation ein, sofern die Plattform einen solchen bereitstellt. Wenn kein teilbarer Link vorhanden ist, verwende die allgemeine URL des KI-Tools.
Ein praktischer Hinweis zu URLs: Einige Plattformen generieren automatisch teilbare Links, andere nicht. Prüfe unmittelbar nach der Generierung, ob ein teilbarer Link verfügbar ist. Wenn die Plattform keinen anbietet, notiere die allgemeine Tool-URL und bewahre eine Kopie des Prompts und der Ausgabe für Deine eigenen Unterlagen auf. Die Bibliotheksrichtlinien der University of British Columbia empfehlen, Prompt und Ausgabe als Anhangmaterial zu behandeln, wenn kein teilbarer Link vorhanden ist.
KI-Bildzitate in APA, MLA und Chicago formatieren
Jeder Zitierstil behandelt KI-generierte Bilder etwas anders. Die folgenden Beispiele spiegeln die aktuellsten verfügbaren Richtlinien Stand 2026 wider. Da APA, MLA und Chicago ihre KI-Richtlinien in den letzten zwei Jahren jeweils aktualisiert haben, solltest Du die offiziellen Stilguide-Websites auf Änderungen prüfen, die nach diesem Artikel veröffentlicht wurden.
APA 7. Auflage
APA hat keinen eigenständigen Leitfaden speziell für KI-generierte Bilder veröffentlicht. Institutionen passen APAs allgemeine KI-Zitierprinzipien und Bildzitierstandards an, um diese Lücke zu schließen. Das APA-Update vom September 2025 bevorzugt die Angabe spezifischer teilbarer URLs, sofern verfügbar, und empfiehlt die allgemeine Tool-URL nur dann, wenn kein teilbarer Link vorhanden ist.
Für ein in ein Dokument eingefügtes Bild füge direkt unterhalb des Bildes eine Bildunterschrift ein. Die Bildunterschrift sollte Folgendes enthalten:
- Das Wort “Note.” in Kursivschrift
- Den verwendeten Prompt
- Den Namen des KI-Tools und den Entwickler
- Das Jahr
- Die URL des KI-Tools (oder einen teilbaren Link, sofern verfügbar)
Beispiel-Bildunterschrift: Note. Image generated using the prompt “Create a comic-style illustration of the Vancouver skyline,” by OpenAI, DALL-E 3, 2025 (https://openai.com/index/dall-e-3/).
Für den Literaturverzeichniseintrag gilt folgendes Format: AI Image Generator Name. (Year). Description of image [AI-generated image]. URL. Der Deskriptor in eckigen Klammern sollte den Modelltyp angeben, etwa [AI image generator] oder [Diffusion model]. Prüfe den APA Style Blog direkt auf bildspezifische Richtlinien, die nach September 2025 veröffentlicht wurden.
MLA 9. Auflage
MLA behandelt das KI-Tool nicht als Autor. Das Autorenelement entfällt, und die Prompt-Beschreibung dient als Titel der Quelle. Das MLA-Update vom August 2025 verlangt eine stabile, teilbare URL zur spezifischen KI-Konversation, sofern eine solche vorhanden ist, und macht den Modellnamen im Versionselement verpflichtend.
Für eine Bildunterschrift in MLA verwende dieses Format:
Fig. [Nummer]. “[Prompt-Beschreibung]” prompt, [KI-Tool], [Modell/Version], [Unternehmen], [Datum], [URL].
Beispiel: Fig. 1. “Create a watercolour-style image of a vase of tulips” prompt, DALL-E, version 3, OpenAI, 18 Sept. 2024, labs.openai.com/.
Wenn die Bildunterschrift vollständige bibliografische Angaben enthält und Du das Bild an keiner anderen Stelle im Dokument zitierst, ist kein Works-Cited-Eintrag erforderlich. Wenn Du das Bild im Text zitierst, füge einen passenden Works-Cited-Eintrag im selben Format wie die Bildunterschrift ein.
Chicago 18. Auflage
Das Chicago Manual of Style in der 18. Auflage, erschienen 2024, enthält in den Abschnitten 14.112 und 3.38 dedizierte Richtlinien zu KI-generierten Inhalten. Chicago behandelt das KI-Tool als Autor und den Entwickler als Herausgeber. KI-generierte Bilder werden mit einer Fußnoten-Bildunterschrift zitiert, nicht mit einem Bibliografieeintrag.
Format der Bildunterschrift: Image generated by [KI-Tool-Name und Version], [Datum], from the prompt “[Prompt-Text].”
Beispiel: Fig. 8. Image generated by Microsoft Bing Image Creator, DALL-E 3, August 26, 2024, from the prompt “Cityscape at sunset in cubist style.”
Die 18. Auflage von Chicago empfiehlt, keinen Bibliografieeintrag für KI-generierte Bilder hinzuzufügen, es sei denn, eine öffentlich zugängliche URL kann angegeben werden. Wenn Du das KI-generierte Bild vor der Verwendung bearbeitet hast, weise in der Anmerkung auf die Anpassung hin, zum Beispiel: “edited for composition and color balance.”
KI-Bilder in nicht-akademischen und professionellen Kontexten referenzieren
Außerhalb des wissenschaftlichen Schreibens sind formale Zitierstile selten erforderlich. Der Standard verschiebt sich von strukturiertem Zitieren hin zu klarer, ehrlicher Offenlegung. Das Ziel bleibt dasselbe: Jede Person, die Deinen Inhalt sieht, sollte erkennen können, dass das Bild KI-generiert ist, und wissen, welches Tool es erstellt hat.
Für Blogbeiträge und Websites platziere die Quellenangabe direkt unterhalb des Bildes oder in der Bildunterschrift. Ein einfaches Format funktioniert gut: “Image generated using DALL-E 3, prompt: ‘surreal forest at dusk.'” Das gibt den Lesenden genug Informationen, um die Herkunft des Bildes zu verstehen, ohne einen vollständigen Literaturverzeichniseintrag zu erfordern.
Für soziale Medien füge die Quellenangabe in die Bildunterschrift oder den Beitragstext ein. Viele Plattformen kennzeichnen KI-generierte Inhalte inzwischen automatisch, aber eine eigene Offenlegung hinzuzufügen ist dennoch gute Praxis. Ein kurzer Hinweis wie “AI-generated image using Adobe Firefly” ist ausreichend.
Für Auftragsarbeiten und kommerzielle Projekte hat die Offenlegung rechtliche Bedeutung. Wenn Dein Auftragsvertrag Zusicherungen zu Originalität oder Eigentümerschaft der gelieferten Materialien enthält, kann die Verwendung von KI-generierten Bildern ohne Offenlegung einen Vertragsbruch darstellen. Für kommerzielle Nutzung im Besonderen lohnt es sich, KI-Tools zu erwägen, die auf lizenzierten Daten oder gemeinfreien Werken trainiert wurden, da dies das Risiko von Ansprüchen aus dem Bereich des geistigen Eigentums reduziert. Die Mehrkosten eines lizenzierten Tools bieten häufig einen spürbaren rechtlichen Schutz.
Für Einreichungen bei wissenschaftlichen Fachzeitschriften variieren die Anforderungen je nach Verlag. IEEE verlangt eine vollständige Offenlegung von KI-Inhalten und des verwendeten KI-Systems, entweder im relevanten Abschnitt des Beitrags oder in einem allgemeinen Danksagungsabschnitt. Nature und andere Springer-Zeitschriften verlangen eine Offenlegung im Methoden- oder Danksagungsabschnitt. Keine der Zeitschriften behandelt KI-Tools als kreditierte Autorinnen oder Autoren. Prüfe die Autorenrichtlinien der jeweiligen Zeitschrift vor der Einreichung, da sich die Richtlinien weiterentwickeln.
Wenn kein formaler Zitierstil erforderlich ist, aber eine Offenlegung erwartet wird, deckt ein kurzer Hinweis unterhalb des Bildes die Anforderung ab. Zum Beispiel: “Image generated in Adobe Firefly on November 3, 2025 using the prompt ‘A cubism-style illustration of flowers and birds.'” Dieser Ansatz eignet sich gleichermaßen für Bildungseinreichungen, interne Berichte und informelle professionelle Dokumente. Für Teams, die große Mengen KI-unterstützter Inhalte verwalten, können Tools, die strukturierte KI-Sichtbarkeits-Workflows unterstützen, dabei helfen, konsistente Offenlegungspraktiken im großen Maßstab aufrechtzuerhalten.
Häufige Fehler beim Zitieren von KI-generierten Bildern vermeiden
Die häufigsten Fehler beim Zitieren von KI-generierten Bildern folgen einem vorhersehbaren Muster. Wer sie kennt, spart sich die Korrektur von Quellenangaben nach der Einreichung.
Das Datum weglassen. KI-Ausgaben verändern sich mit der Zeit. Derselbe Prompt liefert unterschiedliche Ergebnisse, wenn Modelle aktualisiert werden. Das Generierungsdatum ist in allen drei großen Stilen ein Pflichtelement und sollte zum Zeitpunkt der Erstellung festgehalten werden.
Ungenaue Angaben zum Modell. “DALL-E” ist nicht ausreichend, wenn Du DALL-E 3 verwendet hast. “ChatGPT” ist nicht ausreichend, wenn Du GPT-4o verwendet hast. Gib das spezifische Modell oder die Version an, die Du verwendet hast. Wenn Du das Modell nicht identifizieren kannst, halte dies in Deinen Unterlagen fest und verwende die spezifischsten verfügbaren Informationen.
Das Zitieren ganz weglassen. Das Versäumnis, KI-generierte Inhalte in wissenschaftlichen Arbeiten zu zitieren, kann einen Verstoß gegen die akademische Integrität darstellen. Wenn Du ein KI-Tool zur Bilderzeugung verwendet und das Bild in Deine Arbeit aufgenommen hast, zitiere es im Text und in Deinem Literaturverzeichnis oder Deinen Anmerkungen.
In APA die falsche URL angeben. Ein häufiger APA-Fehler ist die Angabe eines direkten Links zur generierten Bilddatei anstatt zum KI-Tool selbst. Die APA-Richtlinien weisen Autorinnen und Autoren an, die Tool-URL zu verwenden (zum Beispiel https://openai.com/index/dall-e-3/), es sei denn, ein stabiler, teilbarer Link zum spezifischen Inhalt ist über die Plattform verfügbar.
Einen Chicago-Bibliografieeintrag ohne URL hinzufügen. Die 18. Auflage von Chicago empfiehlt, KI-generierte Bilder nicht in die Bibliografie aufzunehmen, es sei denn, eine öffentlich zugängliche URL kann angegeben werden. Verwende stattdessen eine Fußnoten-Bildunterschrift.
Eine unvollständige MLA-Bildunterschrift ohne Works-Cited-Eintrag. In MLA gilt: Wenn Deine Bildunterschrift nur eine Kurzzitierung und keine vollständigen bibliografischen Angaben enthält, musst Du einen vollständigen Works-Cited-Eintrag hinzufügen. Eine unvollständige Bildunterschrift erfüllt die vollständige Zitierpflicht nicht.
Die Nutzung nur durch Zitation offenlegen. Viele Institutionen verlangen inzwischen zusätzlich zur formalen Quellenangabe eine separate Offenlegungserklärung. Das kann ein Hinweis im Methodenteil, eine Erklärung bei der Einreichung der Aufgabe oder eine kurze Danksagung im Vorwort sein. Die 18. Auflage von Chicago macht dies verpflichtend: Autorinnen und Autoren müssen offenlegen, wie sie KI-Technologie verwendet haben, entweder im Text oder in einem Vorwort. Zitation und Offenlegung sind nicht dasselbe.
KI-zitierte Quellen als verifiziert behandeln. Wenn ein KI-Tool auf einen Prompt hin Quellen vorschlägt, zitiere diese Quellen nicht, ohne sie selbst gelesen zu haben. Generative KI-Tools erzeugen halluzinierte Quellenangaben, und selbst wenn eine echte Quelle genannt wird, können die ihr zugeschriebenen Inhalte ungenau sein.
Prüfe schließlich regelmäßig die offiziellen Stilguide-Websites. APA, MLA und Chicago haben ihre KI-Richtlinien jeweils zwischen 2024 und 2026 aktualisiert, und weitere Aktualisierungen sind wahrscheinlich, da sich KI-Tools weiterentwickeln. Die Richtlinien in diesem Artikel spiegeln die aktuellsten verfügbaren Informationen Stand 2026 wider, aber der HKUST-Zitierleitfaden und die Bibliotheksleitfäden Deiner Institution sind zuverlässige Anlaufstellen für aktuelle Änderungen.